Виктор Iванiв – Wiktor Iwaniv (oder auch Iwaniw)

Der nowosibirsker Dichter, Übersetzer und Essayist Wiktor Iwaniv (oder Iwaniw, je nachdem was man als Äquivalent für sein im Russischen ungewöhnliche, „ukrainische“ i in Iwaniw wählt) hat sich  am Mittwoch, den 25.2., das Leben genommen.

Seine oft gemarterte Seele ruhe in Frieden! Er ist vor einigen Jahren auch im Parlandopark aufgetreten, zuletzt erschienen von ihm Gedichte und Prosa im Sonderheft „Sprache im technischen Zeitalter“, im  März wird der hochroth-Verlag ein  Buch mit Prosa: „autmonic stories“ – auf der Buchmesse Leipzig vorstellen. Unten möchte ich ein Gedichte anhängen, das zuerst im Oktober 2003 in den „Akzente, Heft 5“ erschien. Es beschreibt ein Fußballspiel.

Victor alive-8-2013
im kasten*

Im angestrahlten wald war ein süßes singen zu hören
die stimme Lemeschews drang ans ohr irgendwoher
trug ein windstoß wörter verdrehte sie ein kanarienvogel
imitierte sich selbst von unten wie durch eine platte kam
ein klopfen das regelmäßige geräusch vom aufprall eines balls
zusammen mit dem gesang sich vereinend wie
wie in einer einzigen kehle
gefiederte kinder liefen voraus drehten sich nicht um
oder führten ihre truppen zurück bis an ans gehäuse
jedes von ihnen und nicht nur wolodja pinigin
als stünde er nicht er steht auf schlammigem grund
die schlange glitt schnell durch die reihen erstarrter kinder
so hätte es aussehen können für den
der sie so durch das schlüsselloch beobachtet hätte
der klopflaut des balls hörte momentlang auf wie kurzes
kuckucksheulen die quälenden tage zählt
nur jene werden mich verstehen die selbst einmal diesen
im flug herausgepressten schrei der blase hören und sehen mussten
eng zusammengepferchte kinder ihre blicke zur erde gewandt
hinab wo der von schrecklichem schluckauf befallene wolodja
auf allen vieren kroch wie ein toter aus der erde
eines anderen morgens durch hingekleckste lichtflecken
ging ich erinnerte mich an zwei namen Wolodja und Wladik
ich nahm damals an der parade teil und schaute den pionieren
nach sie trugen pfingstrosen für den führer im trauerportrait.

 

*Anmerkung des Übersetzers: im kasten: russisch „kamera“ bedeutet sowohl Blase (des Balls), als auch Gehäuse (aber im urspünglichen, nicht sportlichen Sinn) und natürlich die „Kamera“ (die das Spiel aufnimmt?)

 

Seine Gedichte kann man hier lesen  https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0CCEQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.vavilon.ru%2Ftexts%2Fivaniv0.html&ei=1JH3VIiZIsrxaL3OgtAM&usg=AFQjCNFF0SDlJCKNSkQYaFAtFo8vSkIgWg&bvm=bv.87519884,d.d2s

Eine schöne linksammlung auch hier  http://postnonfiction.org/descriptions/ivaniv/

 

 

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